Kostenlose Stock Fotos zur kommerziellen Nutzung

Stockbilder für dein Branding finden

Woher bekommt man schöne Bilder für den eigenen Markenauftritt. Kann man die kostenlosen Fotos bedenkenlos nutzen oder gibt es etwas zu beachten?

Titelbild Kostenlose Stock Fotos zur kommerziellen Nutzung (Illustration von Ellen Herbst-Wüller / Grafikstudio Herbst)
Grafikstudio Herbst / Ellen Herbst-Wüller

Was sind Stockbilder?

Wer an dieser Stelle fragend die Stirn runzelt – hier erst einmal die Definition von Stockbildern. Stockfotos sind Bilder, die von Agenturen angeboten werden und sozusagen „auf Lager“ (Englisch „on stock“) bereitstehen. Sie werden also nicht extra für einen bestimmten Kunden oder einen bestimmten Zweck umgesetzt, sondern für den Bilderpool des Unternehmens. Viele Agenturen stellen ihr Bildmaterial gegen Bezahlung zur Verfügung. Bekannte Beispiele wären Shutterstock, Adobe Stock und iStock (Getty Images). Je nach geplantem Verwendungszweck (Stichwort “Nutzungsrechte”) richtet sich auch der Preis. Wer von vornherein weiß, dass er sehr viele Bilder benötigt oder sehr häufig, spart meist mit einem Paket oder Abo.

Überleg dir also am besten vorher

  • Was für Motive benötige ich?
  • Wie soll die allgemeine Bildsprache sein? (Lies gerne meinen Artikel dazu.)
  • Wie viele Bilder sind geplant?
  • Benötige ich einmalig einen Stapel Bildmaterial, oder immer mal wieder? Wie ist das Timing?
  • Wie wichtig ist mir Individualität und Exklusivität?
  • Welches Budget habe ich?

Kostenlose Stock Fotos zur kommerziellen Nutzung

Es gibt tatsächlich auch Agenturen, deren Bilder als „kostenlos kommerziell nutzbar“ angepriesen werden, darunter Unsplash, Pexels und Pixabay. Auch wenn die Urheber-Nennung nicht zwingend nötig ist, sind grundsätzlich alles Kreativen dankbar dafür. 🫶 Lies dir vor der Nutzung unbedingt die aktuellen Nutzungsbedingungen durch. Hier steht, wie du die Bilder verwenden darfst (privat/kommerziell, redaktionell, mit/ohne Namensnennung, mit/ohne Verlinkung, bearbeitet/unbearbeitet).

Hier geht’s zu den Nutzungsbedingungen:

https://unsplash.com/de/lizenz
https://www.pexels.com/de-de/lizenz
https://pixabay.com/service/license-summary

Okay, wo ist der Haken? Das Problem mit den kostenlosen Stock Fotos zur kommerziellen Nutzung ist, dass nicht rechtsverbindlich geprüft wird, ob die Bilder überhaupt auf der Webseite zur Verfügung gestellt werden durften. Es kann also sein, dass eine Person darauf eindeutig zu erkennen ist, die der Bildnutzung niemals zugestimmt hat. Gleiches gilt für Gebäude, Kunst etc. Übrigens greifen viele Website und Design Tools auf dieselben Plattformen zurück, wenn sie kostenlose Bilder “zur Verfügung” stellen. Verlass dich jedoch nicht auf dieses praktische Angebot, sondern beachte die genannten Stolperfallen.

Außerdem bieten diese Bildersammlungen für viele Zielvorgaben nicht das richtige Material. Dazu habe ich hier mal einen kleinen Selbst-Versuch gestartet (s.Abb.): Ich habe jeweils bei Pexels und Shutterstock denselben Suchbegriff eingegeben, nämlich “Call Contact” (englische Suchbegriffe ergeben meist mehr Ergebnisse). Ich dachte an ein Bild für den Kontakt-Bereich einer Webseite. Wie man sieht, kommen bei Pexels erst einmal viele ähnliche Fotos von einem Vintage Telefon. Erst weiter unten kommen wir langsam in die richtige Richtung. Unter den Bildern versteckt sich aber auch Werbung für kostenpflichtige Bilder. Damit dieser Bereich in einem Screenshot sichtbar ist, habe ich übrigens herausgezoomt, die Breite der Übersicht ist sonst hübscher als hier. Im Vergleich dazu kommen bei Shutterstock direkt jede Menge Bilder, die in die Richtung gehen, an die ich dachte.

kostenlose Stock Fotos zur kommerziellen Nutzung im Vergleich mit zahlungspflichtigen Stock Fotos
Pexels vs. Shutterstock mit demselben Suchbegriff

Unverwechselbarkeit – Stockbilder im Branding

Du hast sicher schon einmal gemerkt, dass populäre Stockfotos von mehreren Firmen gleichzeitig genutzt werden. Stockbilder – egal ob kostenlos oder kostenpflichtig – können eben von beliebig vielen Nutzern verwendet werden. Das immer wieder dieselben Bilder auftauchen liegt auch daran, dass es nicht unendlich viele Bildagenturen gibt. Wenn mehrere Firmen also nach einem Bild für die „Kontakt“-Seite ihres Shops suchen, werden ihnen auch die gleichen Bilder zuerst angezeigt. Und wer klickt sich schon bis Seite 100 der Suchergebnisse durch? 😅 🔍

Dennoch ist es eine Überlegung wert, welches Budget man für die Unverwechselbarkeit seiner Marke einplant. Es fängt damit an, Bilder auszuwählen, die alle dieselbe Bildsprache zeigen. Ein einfaches Beispiel wäre das Kriterium “unscharfer / blurry Hintergrund” und “warmes Licht”. Dann kann man noch auf die Farbigkeit der Bilder achten. Sollen die Fotos eher blau-stichig und kühl sein (z.B. in der Technik Branche sehr beliebt) oder eher warm? Auf den genannten Plattformen kann man die Suche zum Teil schon danach filtern. Ansonsten kann auch ein Designer die letzten Anpassungen vornehmen, sodass am Ende alles einheitlich und wie im selben Shooting entstanden aussieht.

Noch einen Schritt weiter könnte man 1.) mit einem tatsächlichen Fotoshooting vom Profifotografen, 2.) Illustrationen im (Stock-) Bild oder 3.) für sich stehenden Illustrationen anstatt Fotos gehen. Mehr dazu gibt’s im Blogartikel über Bildwelten zu lesen. Sprich mich gerne an, wenn du dein Unternehmen mit individuellen Illustrationen aus der Masse hervorstechen lassen möchtest. Let me be your Winggirl! 🦋

Kostenlos vs. kostenpflichtig – Mein Fazit

Als Designerin darf ich natürlich keine rechtsverbindlichen Auskünfte geben. Was ich hier schreibe, ist lediglich meine persönliche Meinung.

Wer meine Webseite samt Blog aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass auch ich hin und wieder mit Stockbildern arbeite. Das kann zeitliche Gründe haben (eigene Illustrationen sind natürlich aufwändiger) und beim kostenlosen Bildmaterial spart man logischerweise Geld. Ich würde jedoch keine eindeutig erkennbaren Menschen von den kostenlosen Anbietern nutzen. Wenn ich dort suche, dann eher Moodbilder mit Texturen, einzelne Blumen etc. Sobald ein Kennzeichen oder zu viele Details erkennbar sind, lasse ich die Finger davon und wechsele entweder zu den kostenpflichtigen Portalen oder fertige selbst etwas an. 😊



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