Design Trends 2024 – Teil 1

Handmade, Nachhaltigkeit und Minimalismus

Trends halten sich oft länger als der Begriff vermuten lässt. Außerdem lassen sich wiederkehrende Muster im Zeitverlauf feststellen, von denen man zukünftige Trends ableiten kann. Welche Trends im Grafikdesign uns erwarten und inwiefern du sie aufgreifen kannst, erfährst du hier.

Aquarell Illustration von Ellen Herbst-Wüller / Grafikstudio Herbst: eine zarte pinken Blüte eingerahmt von zwei grünen Zweigen, daneben eine Hand, die mit einem Bleistift "MADE WITH LOVE" schreibt
Aquarell Illustration: Ellen Herbst-Wüller / Grafikstudio Herbst

Sollte man die Trends aufgreifen?

Einen Trend wie z.B. den Minimalismus nur deshalb in die eigene Marketing Strategie aufzunehmen, weil er eben gerade angesagt ist, wäre der falsche Weg. Dennoch sollte man aktuelle Entwicklungen im Auge behalten. Es hilft, sich immer mal wieder zu reflektieren: Passt das zu meinem Unternehmen, meiner Zielgruppe und meiner Botschaft? Wenn ja, spricht nichts dagegen, den Trend mitzumachen. Es zeigt deiner Community, dass du das Zeitgeschehen verfolgst und dich weiterentwickelst. Wichtig ist aber darauf zu achten, dass du noch als eigenständige Marke wahrgenommen wirst. Setze also den Trend in deiner ganz persönlichen Art und Weise um. Wenn beim Betrachter nur Verwirrung herrscht, weil deine Postings fast genauso aussehen wie die vieler Mitbewerber, hast du nichts gewonnen. Im Gegenteil! 🙅‍♀️

Handmade – Kritzel-Illustrationen und Papercuts

Bildgestaltung, die wie handgemacht aussieht, übt auf uns einen unwiderstehlichen Charme aus. Etwas kritzelige Linien, unregelmäßig verteilte Farbe oder grob ausgeschnittene Papier-Collagen bewirken in uns ein Wohlgefühl. Erinnerungen an Kindertage voller Basteleien bei Schmuddelwetter kommen hoch und die Imperfektion solcher Motive lässt uns förmlich aufatmen. “Auch wir brauchen nicht perfekt sein, alles ist gut, so wie es ist“, scheinen sie zu sagen. ☺️ 🎨 ✂️ 🖍️ 🪁

Außerdem ist dieser Trend bestens geeignet, um eine Marke authentisch, einzigartig und individuell zu präsentieren. Trau dich also ruhig, selbst zu Stift und Schere zu greifen! Wenn du dich unsicher fühlst, beginne klein, z.B. mit Mindmap Scribbles. Ovale und Pfeile oder kleine unregelmäßige Muster kannst du wunderbar in deine Social Media Postings oder auf deiner Webseite einsetzen. Wenn dir die Ideen fehlen, schau dir ruhig Vorlagen an und entwickle daraus dann deinen eigenen Markenstil. Magst du eher dünne oder dicke Linien? Kleinteilige Elemente oder große? All diese Überlegungen tragen zu einer einheitlichen Bildsprache (lies gerne den Blogartikel dazu) bei, die deine Marke unverwechselbar werden lässt. 👻

Papercraft Stockfoto: eine Hand kippt eine Tasse aus, heraus fließen Wasser und Schiffchen - beides aus blauem Papier geschnitten und modelliert
Papercraft: Natalia Laurel / shutterstock.com

Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit ist selbstverständlich nicht ganz neu. Dennoch war es eine Zeit lang etwas stiller darum geworden. Das mag zum Teil daran liegen, dass immer mehr Firmen mit „Greenwashing“ nach außen hin für Nachhaltigkeit plädiert haben, um ihr Image aufzubessern, tatsächlich aber kaum etwas umgesetzt haben. Hinzu kamen noch die Aspekte Pandemie, Wirtschaftskrise und Kriege.

Jetzt beschäftigen sich auch große Firmen wieder vermehrt mit Ecology und dem ressourcenschonenden Umgang mit der Natur. Wir sind uns wieder mehr darüber bewusst, wie kostbar unsere Erde ist. Gerade im hochpreisigen Bereich wird diese Wertschätzung und der häufiger getönte Untergrund (wie beiges Papier) gerne durch Minimalismus in der Gestaltung widergespiegelt – mit klaren Linien, einer reduzierten Farbpalette und viel Weißraum. 📦 📜 🏷️

Wenn eher die (alltägliche) Freude daran “Gutes zu tun” betont werden soll, lassen sich nachhaltige Themen ideal mit den oben genannten analogen Zeichnungen und Papierarbeiten kombinieren (s. Handmade). Das Gesamtwerk wirkt dadurch sehr warm und persönlich.

Grün 💚 ist immer noch die Farbe der Wahl – dann eher auf weißem Papier (übrigens gibt es auch hochweiße Recyclingpapiere) oder für digitale Zwecke. Ebenso wie matte (sogenannte “ungestrichene”) und strukturierte Papiere für den Druck.

Dennoch sieht man immer wieder Konzepte die „gut gemeint, aber nicht durchdacht“ erscheinen. Viele neuartige Materialen führen beispielsweise zu Problemen im Recycling Prozess, wenn sie durch ihre Ähnlichkeit mit bekannten Stoffen falsch entsorgt werden. ♻️

Es gibt einiges zu bedenken rund um Materialwahl, Druckverfahren, Druckfarbe, Veredelungen, aber auch digital. Einige Zertifikate helfen bei der Entwicklung eines umweltschonenden Konzepts, darunter der Blaue Engel, andere führen eher in die Irre. Wenn du Tipps für ein nachhaltiges Design haben möchtest, sprich mich gerne an. Das Thema Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich, wenn wir gemeinsam wachsen können. Jede kleine Verbesserung bringt uns voran. Das ist besser, als aus Furcht vor Überforderung im Altbekannten zu verharren. 🌱 #alwaysgrowing

Kritzel Illustrationen auf beige-braunem Naturpapier: Hände, die eine Weltkugel umarmen, das Recyclingsymbol aus drei Pfeilen und drei Hände, die eine junge Pflanze, ein Protest-Schild und einen Wassertropfen halten
Ink Illustration auf Naturpapier: Ellen Herbst-Wüller / Grafikstudio Herbst

Minimalismus – Weniger ist mehr

Auch dieser Trend ist eigentlich nicht neu, jedoch kam er anfangs eher in Schwarz-Weiß-Tönen daher. Später dann herrschten Nude- und Erdtöne vor. Jetzt wird minimalistisches Grafikdesign gerne mit ausgewählten knalligen oder pastelligen Farben umgesetzt. 💛🩵🩷

Reduzierte Designs wirken meist sehr wertig und können damit das Richtige für den Premium Bereich sein. ⛩️ Auch im Umfeld von gegensätzlichen überladenen Designs fällt eine minimalistische Gestaltung umso mehr auf. Ein Beispiel dafür wäre eine bewusst schlicht gehaltene Anzeige neben einer Vielzahl maximal informativer Grafiken – sofern dieser Kontext denn von deiner Zielgruppe konsumiert wird.

Wenn du ausprobieren möchtest, wie dein Branding minimalistisch umgesetzt werden kann, empfehle ich dir, erst einmal alle Inhalte und Gestaltungselemente (Schriften, Farben, Fotos, Buttons, Pfeile, Muster, dekorative Formen etc.), die eventuell zum Einsatz kommen könnten, an einem Ort zu sammeln. Jetzt frage dich, was davon du WIRKLICH brauchst. Was unterstützt deine Botschaft? Wie groß müssen die Elemente sein, um verständlich zu bleiben? Wie klein könnten sie sein, um mehr Freifläche zu ermöglichen? Was ist unbedingt erforderlich? Und was kannst du WEGLASSEN? 🗑️

Bei einer Visitenkarte könnte bspw. die Überlegung sein, anstatt alle Kontaktdaten aufzulisten bloß die Webseite zu nennen, denn dort ist wiederum alles andere hinterlegt. Im Bild siehst du eine Umsetzung, in der sogar das Logo in die URL integriert ist, sodass sie nicht nochmal extra ausgeschrieben werden muss. Das funktioniert natürlich nur bei bestimmten Brands und wenn in der Domain alles zusammengeschrieben wird.

Oder man nutzt einen QR-Code – entweder als Link zur Webseite oder als vCard, mit der dein Gegenüber mit einem Scan deine ganzen Kontaktdaten direkt ins Smartphone speichern kann. Aus ästhetischer Sicht bin ich ein großer Fan dieser Vorgehensweise. Behalte jedoch unbedingt die Frage im Hinterkopf, ob der Ablauf für deine Kunden einfach genug ist. Wenn sie sich zu viel Aufwand machen müssen, um alle Infos selbst zusammen zu suchen, solltest du besser doch ein paar mehr Infos abbilden. 😉

Minimalismus Beispiel: Visitenkarte für Miracle Macarons in drei Pastelltönen - die einzige Info ist das Logo, was durch die Textergänzung www. und .com gleichzeitig als Webadresse fungiert
Minimalismus im Design / Visitenkarten: Ellen Herbst-Wüller / Grafikstudio Herbst; Hintergrund: Milad Fakurian / Unsplash.com

Maximalismus oder Minimalismus?

Wenn du mehr über aktuelle Trends lesen möchtest, lies auch Teil 2 zum Thema Grafikdesign Trends. Darin geht es um Surrealismus, Maximalismus, 3d-Objekte und Trendfarben. 🔮 🙌


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