Die richtige Bildsprache für deine Marke

Wie du einheitliche Bildwelten erschaffst

Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Marken besser im Gedächtnis bleiben als andere? Warum manche Websites besonders stimmig aussehen? Und wie du das auch für dich umsetzen kannst?

Bildsprache Beispiel: Moodbilder für einen Reise-Blog in Orange, Grün- und Grautönen, darauf weiße native Symbole und Muster mit einem erkennbaren Pinselstrich
Beispiel: Bildsprache für einen Travel-Blog, Fotos mit nativen Formen ergänzt / Fotos: Unsplash / Illustrationen: Grafikstudio Herbst

Was genau ist denn eigentlich die Bildsprache?

Am einfachsten lässt sich der Begriff Bildsprache so erklären: Was willst du deinen (potenziellen) Kunden sagen? Bildsprache ist die Visualisierung der entsprechenden Antwort. Das können also Fotos und Videos sein, aber auch Illustrationen und Animationen. 📷 🎬

Ein sehr eindeutiges Beispiel wären die Bilder und Werbesports von congstar. Die Basis bilden echte Fotos und Bewegtbilder, sind aber mit kräftigen, leuchtenden Farben überarbeitet. Damit hat das Unternehmen eine unverwechselbare Bildsprache geschaffen. Wenn man diese Bilder ohne Logo sieht, kann man sie dennoch problemlos der Firma zuordnen.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass einem, gerade online, häufig ähnliche Bilder, z.B. auf den Kontakt-Seiten, begegnen. Typischerweise ist dort die Nahaufnahme einer Person mit Headset zu sehen, die den Betrachter freundlich anlächelt. Solche Klischeebilder lehnen wir instinktiv als unecht, unauthentisch ab. Wir ahnen, dass die gezeigte Person nicht wirklich für das Unternehmen arbeitet, das dieses Foto verwendet. So können wir kein Vertrauen aufbauen. Und das wiederum ist essenziell für die Kaufentscheidung. 🧐 🛒

So besser nicht: Klischee-Bild für eine Kontakt-Seite: Eine blonde Frau mit Headset lächelt den Betrachter an
Klischee-Bild für eine Kontakt-Seite, Foto: Atstock Productions / Shutterstock.com

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – Die Psychologie dahinter

Bereits vor langer Zeit haben unsere Vorfahren Bilder an Höhlenwände gemalt. Buchstaben, Text und Schrift kamen erst viel später. Bilder wecken sofort Emotionen und wirken deutlich schneller auf uns als Texte, denn das Gehirn kann sie besser verarbeiten (60.000-mal schneller als Textinhalte). Bei Texten muss erst die Bedeutung der einzelnen Wörter entschlüsselt werden. Natürlich können Informationen in schriftlicher Form eine wichtige Ergänzung sein. Sei dir jedoch bewusst, dass deine Bilder sozusagen den ersten Eindruck von dir und deiner Marke formen.

Sie wirken auf unser limbisches System, ein komplexes Netzwerk aus Hirnarealen, 🧠 das im Zusammenspiel bei der Entstehung, Verarbeitung und Regulierung von Gefühlen mitwirkt. ❤️‍🔥 So können wir auf die vielen Eindrücke, die ständig auf uns einprasseln, angemessen reagieren. Und viele dieser Reize (90%) sind eben visueller, bildlicher Natur. Darum wird auch in den meisten Kulturen dem Sehsinn die höchste Bedeutung beigemessen. Nach einer Studie des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) erkennt das menschliche Gehirn vertraute Objekte innerhalb von 13 Millisekunden. Ganz schön schnell, oder? ⏰ Darüber hinaus bleiben Bilder länger im Gedächtnis. Das liegt auch an ihrer emotionalen Aufladung.

Besonders Fotos werden unbewusst als „Tatsachen“ verarbeitet, wodurch sie dabei helfen können, Vertrauen aufzubauen. (Ja, dadurch können Menschen auch manipuliert werden, aber ich möchte mich hier auf die positiven Aspekte konzentrieren und gehe davon aus, dass du ein authentisches Branding Konzept anstrebst.) 🌅 🌃 🌁

Hast du jetzt Lust bekommen, dich genauer mit deinen Brand Bildern zu beschäftigen? Es gibt einige Punkte, auf die du achten kannst. Manche davon gelten natürlich sowohl für Fotos als auch für Illustrationen, aber der Übersichtlichkeit halber, gibt es hier zwei separate Listen.

Bildsprache-Checkliste für Fotos

  • Helligkeit (hell vs. dunkel)
  • Sättigung (kräftig vs. blass)
  • Farbtemperatur (warm vs. kühl)
  • Farbe (entweder inhaltlich die gezeigten Elemente betreffend oder sogar als Farbfilter)
  • Stilistische Filter (z.B. Körnung)
  • Tiefenschärfe (unscharfer „blurry“ Hintergrund ja/nein)
  • Perspektive
  • Bildausschnitt
  • Komposition (Drittelregel, Goldener Schnitt, …)
  • Werte, sofern darstellbar
  • Emotionen, Mimik (sanftes, verträumtes Lächeln vs. selbstbewusster, klarer Blick vs. provokant-expressiv)
  • Authentisch vs. Klischee (wie das Headset-Beispiel weiter oben)
  • Setting (Produkt clean fotografiert oder mit Accessoires oder mit Händen oder im Alltag)

Bildsprache-Checkliste für Illustrationen

  • Strichstärke (dicke vs. dünne Linien)
  • Kontur vs. Flächenfüllend
  • Formen (klar vs. unscharf, rau; rundlich vs. kantig, spitz)
  • Detailtreue (z.B. wie detailreich Gesichter illustriert werden)
  • Helligkeit (hell vs. dunkel)
  • Sättigung (kräftig vs. blass)
  • Farbtemperatur (warm vs. kühl)
  • Farbpalette (einfach vs. komplex)
  • Stilistische Filter (z.B. Körnung)
  • Perspektive
  • Bildausschnitt
  • Komposition (Drittelregel, Goldener Schnitt, …)
  • Meta-Ebene
Bildsprache Beispiel: Moodbilder rund um Yoga in Grün-, Braun- und Goldtönen, darauf weiße Elemente mit sehr feinen Linien
Beispiel: Bildsprache für eine Yogalehrerin, Fotos mit filigranen Formen / Fotos: Unsplash / Illustrationen: Grafikstudio Herbst

Wie du dir vorstellen kannst, braucht es etwas Zeit, um eine Bildsprache zu entwickeln. Wenn du erst mal mit kleinem Budget starten möchtest, empfehle ich dir, dass du dich einmal in Ruhe hinsetzt und sammelst, welcher Stil dir gefällt und was für deine Zielgruppe sinnvoll ist. Dann testest du deine Ideen im Design Tool deiner Wahl. Denke daran, dass wahrscheinlich nicht jedes Bild exakt gleich aussehen sollte, sonst wird es schnell langweilig. Es reicht schon, wenn wie hier im Yoga Moodboard 1.) der Inhalt, 2.) die Farben und 3.) eine gewisse Konsistenz im Illustrationsstil (dünne, weiße Linien und geometrische Formen) erkennbar sind. Je länger du mit deinem festgelegten Style arbeitest, desto eher fällt dir hier und da etwas auf, was du optimieren kannst.

Falls du dir das nicht so recht zutraust oder direkt mit einer durchdachten Bildsprache starten möchtest, melde dich gerne bei mir zur Unterstützung. Gemeinsam gehen wir das Thema an, damit du möglichst lange happy mit deiner Bildwelt bist. 🥰 🙌


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