Brauche ich ein Redesign?

Beispiele und Checkliste

Zunächst einmal sollten wir klären, was ein Redesign überhaupt ist: Üblicherweise wird damit die Überarbeitung eines bestehenden Logos oder manchmal sogar des ganzen Corporate Designs bezeichnet.

Die Metamorphose eines Schmetterlings vom Ei über Raupe und Kokon zum Schmetterling, digital illustriert von Ellen Herbst-Wüller in den Branding Farben vom Grafikstudio Herbst
Illustration: Grafikstudio Herbst / Ellen Herbst-Wüller

Nur ein Trend?

Aber ist ein Redesign gerade einfach nur im Trend oder was hat es damit auf sich? Das Thema ist definitiv ein wichtiger Punkt, wenn es darum geht, ein Unternehmen langfristig erfolgreich zu führen – egal ob Kleinunternehmer, mittelständige Firma oder Global Player.

Es ist ja so, dass eine Marke die Positionierung des Unternehmens präsentiert. Und diese Ausrichtung kann und wird sich über die Jahre hinweg sehr wahrscheinlich ein wenig verändern. Das Geschäftsfeld spitzt sich zu, die Zielgruppe ändert sich von “low budget” zu Premium, der eigene Stil entwickelt sich weiter etc.

Vielleicht ist das Logo ohne großes Nachdenken und eher „aus dem Bauch heraus“ entstanden. Gerade zur Gründung eines Unternehmens stehen viele ToDo’s auf dem Plan, sodass man sich nicht immer genügend Zeit einräumt, um die eigene Identität, Ausrichtung und Zielgruppe genauer zu beleuchten. Das ist menschlich. 😊 Ich habe selbst auch schon innerhalb meiner langjährigen Selbstständigkeit ein Redesign für mein Grafikstudio durchgeführt.

Aktuell ist die Geschäftswelt einigen Veränderungen unterworfen, durch die viele Unternehmer ihre Marke noch einmal gründlich hinterfragen. Dadurch ist das Thema Rebranding so brisant und in aller Munde.

Mustergültig

Hier zeige ich ein Beispiel für ein begründetets Logo Redesign. Der Kunde hat die sich von den drei ursprünglichen Tätigkeitsfeldern Bedachungen, Zimmerei, Holzbau auf eines spezialisiert. Da die Marke aber bereits einen regionalen Bekanntheitsgrad aufgebaut hat, sollte nicht alles komplett anders aussehen. So konnte beispielsweise auch die Fahrzeuggrundfarbe ohne Probleme bestehen bleiben. Dass das untere Textfeld entfallen sollte, war also klar. Das ist aber noch nicht alles! Wenn man genauer hinschaut, habe ich auch die Schriftart angepasst. Es kommt weiterhin eine serifenlose und damit zeitlose Schrift zum Einsatz, aber die leicht eckigen Formen der neuen Schrift harmonieren jetzt besser mit großen S. Auch das Verhältnis von Text zur Freifläche im roten Balken ist nun ausgeglichener.

Redesign Beispiel: Das dezent angepasste Logo einer Bedachungsfirma vor und nach dem Redesign

Ein Logo Refresh kann natürlich auch etwas komplexer sein, darum hier noch ein weiteres Beispiel: Das ursprüngliche Logo hat schon dezent mit den Lieblingsfarben der Kundin (gelb und blau) gearbeitet, aber es war nicht klar, was sich überhaupt dahinter verbirgt. Neben den drei neuen Schlagworten (Natur, Kraft, Liebe) sollte noch ein Gänseblümchen gezeigt werden, da deren Blumensymbolik zu ihr und ihrer Arbeitsweise passt. Ihre erste Idee war also das mittig gezeigte Bild. Was habe ich also daraus gemacht? 1.) Ich habe hre Wunschfarben aufgegriffen. 2.) Um mehr Spannung zu erzeugen und weil sie auch mit Resonanzen arbeitet, habe ich drei Kreise – für jedes Thema einen – übereinander gelegt, anstatt nur einen zu verwenden. 3.) Dann haben wir die drei Begriffe in ihrer eigenen Handschrift eingesetzt – individueller geht es nicht! 😉 4.) Die Bildmarke hat noch die Text-Ergänzung rechts erhalten, sodass man direkt erkennt, wer hier was anbietet.

Redesign Beispiel: Das Logo einer Heilpraktikerin vor und nach dem Redesign

Brauche ich ein Redesign?

Neben einer neuen Ausrichtung kann der Zeitgeist ein weiterer Grund für das Logo Upgrade sein. Was als ansprechend wahrgenommen wird, verändert sich nach und nach. Hast du gewusst, dass das allseits beliebte Apple Logo ursprünglich in Regenbogenfarben daherkam? Also nicht ganz so minimalistisch wie heute.

Ich rate dennoch davon ab, zu sehr den derzeitigen Designtrends zu folgen, erst recht beim Logo. Denn das ist normalerweise etwas, was langfristig bestehen bleibt. In anderen Medien wie Social Media Postings kann man Trends schon eher aufgreifen, solange man sich bewusst macht, dass man ohne weitere Personalisierung (Stichwort “copy paste”) Gefahr läuft, verwechselt zu werden, wenn zur Zeit alle damit arbeiten.

Redesign Checkliste:

  • Fühlst du dich (noch) wohl mit deinem Logo?
  • Wenn nicht, woran liegt es? (Farben, Schrift, Text/Inhalt, Positionierung)
  • Was sind die Schwerpunkte deines Unternehmens?
  • Was sind die Werte deiner Firma?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Findet sie zu dir oder bekommst du mehr Anfragen von „den Falschen“?
  • Hörst du häufiger, dass dein Logo einem anderen ähnelt?
  • Soll sich etwas an der Positionierung ändern? Was genau?
  • Welche Medien werden am meisten fürs Marketing genutzt? (z.B. Social Media)
  • In welchen Medien müsste das neue Design (Logo, Farben, Schriften, Bildwelten) überall umgesetzt werden?
  • Gibt es einen Zeitplan?

Science Fact

Übrigens ist unser Gehirn darauf programmiert, Veränderungen zu scheuen, denn sie bergen das Potential für Gefahr. Um uns also zu schützen, lehnen wir alles Neue erst einmal ab. Ein einfühlsamer Umgang mit Kunden und Mitarbeitern bezüglich des Redesigns macht also Sinn. Man könnte es beispielsweise vorher (öffentlich) ankündigen, etwas zum Hintergrund erklären und dann schrittweise einführen.

Schaubild mit (von innen nach außen) Komfortzone, Angstzone, Lernzone, Wachstumszone und Panikzone in den Branding Farben des Grafikstudio Herbst

Je häufiger wir uns aus unserer Komfortzone in die Lernzone hinausbewegen (ohne die Überforderung, die ein Ausbrechen in die Panikzone noch weiter außen birgt), desto leichter fallen uns Veränderungen. 🎯
Grundsätzlich ist ein Branding oder Brand Design aber etwas, das nicht jedes Jahr komplett verändert werden sollte. Der Wiedererkennungswert sowie die professionelle Ausstrahlung würden ansonsten leiden. Also lieber in Ruhe und gründlich an die Sache herangehen, dann fühlt es sich auch länger stimmig an.

Fazit

Manchmal sind wirklich nur kleine Anpassungen nötig, um dein Logo zu verbessern und damit sich die eigene Marke wieder stimmig anfühlt. Vielleicht reicht es schon, die Schriftart zu verändern, während Inhalt, Anordnung und Farben erhalten bleiben. Oder der Kontrast zwischen der Firmen-Farbpalette wird optimiert. Es kann auch hilfreich sein, einen Profi aus der Branche um Feedback zu bitten, um ein besseres Gefühl für die Außenwirkung des Status quo zu bekommen. 🧐 Wenn du dir Unterstützung wünschst, sprich mich gerne unverbindlich an, dann schauen wir gemeinsam, welcher Weg Sinn macht.



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